Dynamo schießt 10 Tore, gewinnt aber nur 5:1
24. November 2019

Dynamo verliert Spitzenspiel

Zweiter gegen Vierter, die Tabelle versprach ein interessantes Spiel und es lieferte den 85 Zuschauern, davon gut die Hälfte aus Schwerin, wirklich Alles. Katastrophale Fehler, schöne Tore, einen Selbstdarsteller von Schiedsrichter, Emotionen, Leidenschaft und Stimmung von den Fans. Am Ende musste die SG Dynamo Schwerin beim FSV Bentwisch eine 6:2 Niederlage quittieren.

Schon der Start des Spiels wurde für die Dynamos zur Katastrophe. Denn nach nur 63 Sekunden zog Philipp Berndt einfach mal aus der Distanz ab. Eigentlich ein harmloser Ball. Doch Sven Scharnitzki, der nach längerer Verletzungspause ins Tor zurückkehrte, schätzte den Ball vollkommen falsch ein, sprang zur Seite und so sprang er über sein Bein rüber. Für das Spiel war dieser Patzer jedoch hervorragend, da Dynamo wütend auf den Ausgleich drängte. Nur eine Minute später scheiterte Nicklas Klingberg an Norman Köhlmann. Bereits in der 6. Minute versuchte Bentwisch gelegentlich auf Zeit zu spielen und Dynamo zu locken. Taras Khlan zog in der 9. Minute von der Strafraumgrenze ab, Norman Köhlmann wehrte stark zur Ecke ab. FSV Bentwisch bekam in der 12. Minute einen Freistoß in der Nähe der Mittellinie. Der Freistoß kam hoch rein und Philipp Berndt, bedrängt vom eigenen Mitspieler, köpfte zum 2:0 ein. Als nur 3 Minuten später Dynamos Kapitän Marcel Grube an der Strafraumgrenze im Zweikampf sein Bein stehen ließ, verwandelte Maik Peters den fälligen Foulelfmeter zum 3:0 (16.). Den Dynamos drohte ein Debakel. Doch auch weiterhin war Dynamo die spielerisch bessere Mannschaft, kombinierte sich immer wieder schön bis zum Strafraum, dann fehlte aber oft die zündende Idee oder Bentwisch konnte im letzten Moment klären. Als Philipp Berndt nach einer Ecke per Kopf mit seinem dritten Tor auf 4:0 erhöhte, verstanden die Dynamos endgültig die Welt nicht mehr (25.). Nur eine Minute später wurde Nicklas Klingberg auf der Strafraumlinie gefoult. Zum Entsetzen der Dynamos entschied der Schiedsrichter entgegen dem Elfmeter für Bentwisch, diesmal nur auf Freistoß. Bei einem Angriff der Dynamos in der 28. Minute wurde Nicklas Klingberg mit dem Ellenbogen niedergestreckt. Und zum wiederholten Male blieb die Pfeife des Schiedsrichters, bei Foulspielen an den Dynamos, still. Zu allem Überfluss hielt es Bentwisch zunächst nicht für nötig den Ball ins Aus zu schießen und spielte erst noch einige Zeit weiter. Als das Spiel dann endlich unterbrochen war und er zu Nicklas Klingberg lief, um ihn zu Fragen, ob er behandelt werden muss, fragte dieser ihn, wie man dieses Foul übersehen konnte und das er die Stelle, wo er getroffen wurde, erkennen müsste. Quittung des Schiedsrichters – Gelbe Karte. Diese sollte noch folgen haben (29.). Eine Minute später hob Arsen Tsagaraev den Ball nach einem langen Zuspiel auf das Tornetz. Nach einer Hereingabe von Özgür Köse brachte Marvin Arnheim das Kunststück fertig den Ball aus kürzester Entfernung mit dem Schienbein noch über die Latte zu löffeln (36.). Bentwisch kombinierte sich erstmals in der 37. Minute zur Grundlinie durch. Doch dafür, dass sie die bessere Mannschaft waren, konnten sich die Dynamos nichts kaufen – stand es doch 4:0. Dynamo machte weiter Druck und mit einem schönen Distanzschuss erzielte Paul Berger das längst überfällige 4:1 (43.). Kurz vor der Pause hätte Dynamo beinahe weiter verkürzt. Erst zwang Nicklas Klingberg Norman Köhlmann nach einer Flanke von Ivan Tkach mit einem Kopfball zu einer klasse Parade – mit den Fingerspitzen lenkte er den Ball über die Latte (45.). Dann traf Arsen Tsagaraev bei der anschließenden Ecke von Nicklas Klingberg nur das linke Außennetz. So gingen die effektiven Bentwischer mit einer beruhigenden 4:1 Führung in die Kabinen.

Normalerweise pfeift ja der Schiedsrichter, wenn es rausgeht zur zweiten Halbzeit, vor allem wenn man in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht ist, aber dieser wollte wohl möglichst keinen Kontakt mit Dynamo. Dynamo erwischte den perfekten Start in die zweite Halbzeit. Özgür Köse schickte Nicklas Klingberg und dessen Querpass drückte Arsen Tsagaraev entschlossen über die Linie – 4:2 (47.). Dynamo nun noch dominanter als in der ersten Halbzeit. Die Abwehr von Bentwisch fing an zu schwimmen. Nach Zuspiel von Nicklas Klingberg landete das Geschoss von Taras Khlan an der Latte (54.). Doch die Situation war noch gefährlich und so klärte ein Bentwischer mit der Hand. Zum Entsetzen der Dynamos bekamen sie auch diesen zweiten klaren Elfmeter nicht. Ebenfalls bitter für die Dynamos, es war das zweite nicht geahndete Handspiel der Bentwischer, während der Schiedsrichter schon zwei Mal Handspiel gegen die Dynamos pfiff. Es war gefühlt die zwei dutzende Entscheidung gegen Dynamo. Auf Nachfragen in den Spielunterbrechungen innerhalb der nächsten zwei Minuten reagierte der Schiedsrichter mit Sprüchen an die Spieler wie Nicklas Klingberg mit „Alter, halt’s Maul!“ oder „Verpiss dich!“ Sicherlich, Nicklas Klingberg ist kein Unschuldslamm. Aber so kann ein Schiedsrichter nicht mit einem Spieler reden. Das war weder Vorbild für die jungen Linienrichter, noch wirkt sowas deeskalierend. Bentwisch merkte, dass der Schiedsrichter vieles für sie pfiff. So versuchte es der dreifache Torschütze Philipp Berndt einfach Mal mit einer Schwalbe im Strafraum, aber immerhin da machte der Schiedsrichter nicht mit. So stand er auch schnell wieder (60.). Das dritte Handspiel der Bentwischer wurde ebenfalls nicht geahndet (62.). Nur eine Minute später legte sich Arsen Tsagaraev den Ball am Gegenspieler vorbei und wurde mit einem Kniesprung in die Rippen regelrecht niedergestreckt, aber kein Gelb. Als weitere zwei Minuten später Marcel Grube bei einem Zweikampf von hinten umgerannt wurde, es kein Pfiff gab, er verletzt liegen blieb, Bentwisch trotzdem erneut weiter spielte und Tim Schmal seinen Gegenspieler foulen musste und dafür die 5. Gelbe der Saison sah, rasteten die Dynamos endgültig aus (65.). Der Schiedsrichter musste sich nun einiges lautstark von der Bank anhören und gab dafür stellvertretend Mathias Hopp Gelb. Ein Reden mit dem Schiedsrichter unmöglich. Die Entscheidung des Spiels viel in der 69. Minute und wieder gab es Diskussionsbedarf. Ein Bentwischer Kopfball ging an die Latte und Maik Peters reagierte am schnellsten. Jedoch schoss er genau auf Sven Scharnitzki, der den Ball hielt. Nach Augenkontakt entschieden Schiedsrichter und Linienrichter auf Tor. Der Ball sollte schon hinter der Linie gewesen sein und so stand es 5:2. Nur eine Minute später erlitt Dynamo den nächsten Nackenschlag. Nicklas Klingberg setzte sich stark gegen zwei Gegenspieler durch und konnte nur mit einem Foul gestoppt werden, doch einen Pfiff gab es nicht. Nicklas Klingberg versuchte sich den Ball zurückzuholen und traf seinen Gegenspieler am Fuß. Der Schiedsrichter wartete nicht eine Sekunde und zückte Gelb/Rot. Es wirkte als hätte er darauf gewartet. Fehlende Regelkunde bewies der Schiedsrichter in der 72. Minute erneut. Dynamo passte nach rechts, ungefähr einen halben Meter neben der Seitenlinie, als in dem Moment der neben ihm stehende Bentwischer wieder aufs Feld gewunken wurde und so sofort den Angriff unterbinden konnte. Eine Minute später sorgte der Schiedsrichter für die nächste kuriose Szene. Kapitän Marcel Grube regte sich beim Linienrichter über eine nicht gegebene Abseitsposition auf, als der Schiedsrichter zu ihm lief und glatt Rot zeigte. Entsetzen auf der Dynamo-Bank. Doch dann? Was war das? Er korrigierte sich auf Gelb. Auch für Marcel Grube die fünfte der Saison. Dynamo auch zu Zehnt die bessere Mannschaft, allerdings fehlteohne Nicklas Klingberg ein wenig die Durchschlagskraft. Nach einer Flanke von Ivan Tkach kam Arsen Tsagaraev zum Kopfball, aber zu harmlos. Kein Problem für Norman Köhlmann (76.). Auch das vierte und letzte Handspiel der Bentwischer blieb ungeahndet. „Sind wir denn hier beim Hand- oder Volleyball?“, werden wohl die meisten gedacht haben und sich gefragt haben, wann es erlaubt wird den Ball auch wie beim Basketball zu prellen. Den mit diesem Ballgewinn eingeleiteten Konter schloss Maik Peters ab. Sven Scharnitzki lenkte den Ball zur Ecke (77.). In der 81. Minute Dynamo mal mit einem Konter. Ivan Tkach schickte Marvin Arnheim, der links in den Strafraum eindrang um dann überhastet über den Fangzaun zu schießen. Özgür Köse nahm den Ball mit der Brust schön in die Bewegung mit, gleich zwei gegnerische Füße tauchten vor seinem Kopf auf. Es wunderte kaum noch einen – kein Pfiff (83.). Nach einem Eckball von Özgür Köse kam Marcel Grube nur mit dem Oberschenkel an den Ball, so dass Norman Köhlmann ohne Probleme halten konnte (85.). Alex Dieter Karock versuchte noch einen Platzverweis zu schinden. Er legte sich den Ball an Marcel Grube vorbei, lief noch zwei Meter, schliff dann seinen Fuß über den Boden um dann schreiend zu fallen. Der Schiedsrichter ließ weiterlaufen, Gelb gab es nicht (87.). Özgür Köse setzte sich in der Nachspielzeit gegen zwei Gegenspieler durch und wurde dann von hinten umgerissen, so dass er nach hinten viel. Selbst das reichte dem Schiedsrichter nicht für einen Pfiff und so konnte Bentwisch kontern. Jedoch schoss Philipp Berndt über das Tor (90+1.). Die letzte Aktion des Spiels nutzte Florian Karsch zum 6:2 Endstand (90+3.).

Die Leistung des Schiedsrichters quittierten die Dynamo-Fans mit der BILD-Note 6-. Der Schiedsrichter ging mit einem breiten Grinsen an den Zuschauern vorbei. Den Spielberichtsbogen machte er und fuhr, ohne mit Dynamo abzugleichen und bestätigen zu lassen. Scheinbar hatte er auch weiterhin kein Interesse mit Dynamos zu reden. Es ist nicht schlimm wenn ein Schiedsrichter Dynamo nicht leiden kann. Bei so einem älteren Schiedsrichter wie diesem vielleicht sogar aus Erfahrungen aus DDR-Zeiten beruhend, aber dann sollte er wenigstens den Arsch in der Hose haben die Leitung eines Dynamo-Spiels abzulehnen.

Wir wollen festhalten, Dynamo hat wegen der zum Teil kuriosen 6 Gegentore verloren. Trotzdem hat der Schiedsrichter eine Menge Hektik in diese Partie gemacht. Es bleibt nur zu hoffen, dass der LFV dieses Spiel mit dem Schiedsrichter auswertet.

Zuschauer: 85

Gelbe Karten SG Dynamo Schwerin: 29. Nicklas Klingberg (Meckern), 65. Tim Detlef Schmal (Foulspiel, 5. der Saison), 73. Marcel Grube (Meckern, 5.)

Gelbe Karten FSV Bentwisch: 37. Christoph Bergmann (3.), 56. Philipp Berndt (beide Foulspiel, 3.)

Gelb/Rote Karte SG Dynamo Schwerin: 70. Nicklas Klingberg (Foulspiel)

SG Dynamo Schwerin: Sven Scharnitzki – Ivan Tkach, Dmytro Lahola, Marcel Grube, Tim Detlef Schmal – Paul Berger, Taras Khlan – Arsen Tsagaraev, Özgür Köse, Marvin Arnheim – Nicklas Klingberg 

Des Weiteren im Kader: Sebastian Felix Krischollek – Christopher Liebs

FSV Bentwisch: Norman Köhlmann – Malte Niemann, Alexander Stepanek (79. Alex Dieter Karock), Stefan Geers, Philipp Berndt, Florian Karsch, Christoph Bergmann, Sebastian Lau, Maik Peters, David Schubel, Eric Müller (65. Kevin Arnold)

Des Weiteren im Kader: Tom Hudec

Torfolge:

1:0 2. Philipp Berndt (10. Saisontor)

2:0 12. Philipp Berndt (11.)

3:0 16. Maik Peters (Foulelfmeter, 6.)

4:0 25. Philipp Berndt (12.)

4:1 43. Paul Berger (1.)

4:2 47. Arsen Tsagaraev (3.)

5:2 69. Maik Peters (7.)

6:2 90+3. Florian Karsch (3.)

Spiel in Kurzform:

2. 1:0 Distanzschuss Philipp Berndt, TW-Fehler Sven Scharnitzki 

3. Nicklas Klingberg, Norman Köhlmann wehrt ab

6. Bentwisch fängt an ein wenig auf Zeit zu spielen 

8. Distanzschuss Maik Peters auf das Netz

9. Taras Khlan von Strafraumgrenze, Norman Köhlmann zur Ecke 

12. 2:0 Freistoß Mittellinie, Kopfball Philipp Berndt 

15. Foul Marcel Grube

16. 3:0 Elfmeter Maik Peters

21. Distanzschuss Christoph Bergmann vom Mittelkreis links vorbei 

25. 4:0 Ecke, Kopfball Philipp Berndt 

26. Elfmeter Nicklas Klingberg verwehrt, nur Freistoß, nach Freistoß Schuss Ivan Tkach, Norman Köhlmann zur Ecke, anschließende Ecke, Schuss Taras Khlan, Norman Köhlmann hält

28. Nicklas Klingberg mit Ellenbogen niedergestreckt, kein Pfiff

29. Gelb Nicklas Klingberg für Meckern

30. langer Ball, Heber Arsen Tsagaraev auf das Tor

32. David Schubel nach Einwurf über den Fangzaun 

33. Arsen Tsagaraev von Strafraumgrenze links vorbei 

36. scharfe Hereingabe Özgür Köse, Marvin Arnheim aus kürzester Entfernung drüber

37. erster Spielzug Bentwisch zur Grundlinie

39. Distanzschuss Taras Khlan rechts vorbei 

43. 4:1 Distanzschuss Paul Berger

45. Flanke Ivan Tkach, Kopfball Nicklas Klingberg, Norman Köhlmann stark über die Latte 

45. anschließende Ecke Nicklas Klingberg, Arsen Tsagaraev ans linke Außennetz 

Halbzeit 4:1

47. 4:2 Özgür Köse schickt Nicklas Klingberg, quer auf Arsen Tsagaraev  

54. Nicklas Klingberg auf Taras Khlan, Latte

54. Situation noch nicht zu Ende, Handelfmeter nicht gegeben 

60. Schwalbe Philipp Berndt

61. Distanzschuss Eric Müller nach Ecke über den Fangzaun 

62. erneut Handspiel übersehen

63. mit Knie Arsen Tsagaraev in die Rippen, kein Gelb

65. Gelb Tim Schmal wegen Foulspiel, Gelb Mathias Hopp wegen Meckern, vorher klares Foul an Marcel Grube

69 5:2 Kopfball Bentwisch an die Latte, Maik Peters reagiert am schnellsten, Sven Scharnitzki hält, aber Schiedsrichter und Linienrichter entscheiden auf hinter der Linie und damit Tor

70. Gelb/Rot Nicklas Klingberg wegen Foulspiel, vorher selber klar gefoult worden

72. Angriff über rechts, Bentwischer Spieler darf wieder rein und attackiert sofort den Ball führenden

73. Rote Karte Marcel Grube wegen Meckern beim Linienrichter zurückgenommen und in Gelb geändert

76. Flanke Ivan Tkach, Kopfball Arsen Tsagaraev, Norman Köhlmann hält

77. 4. ungeahndetes Handspiel, Schuss Maik Peters, Sven Scharnitzki zur Ecke

79. Distanzschuss Dmytro Lahola links vorbei 

81. Konter, Ivan Tkach auf Marvin Arnheim, von Strafraumgrenze überhastet über den Fangzaun 

83. Özgür Köse zwei Fußspitzen am Kinn, kein Pfiff

85. Ecke Özgür Köse, Marcel Grube mit dem Oberschenkel, Norman Köhlmann hält ohne Probleme 

87. Schwalbe Alex Dieter Karock 

90+1. Özgür Köse von hinten umgerissen, Konter, Philipp Berndt von Strafraumgrenze drüber 

90+3. 6:2 Florian Karsch