Am 22. Spieltag der NOFV-Oberliga Nord reiste die SG Dynamo Schwerin zum Tabellenführer SV Tasmania Berlin. Die Vorzeichen waren klar: Während Dynamo in der Rückrunde noch auf der Suche nach seiner Form ist, zeigte sich Tasmania über weite Strecken der Saison sehr stabil – trotz einer jüngsten Niederlage gegen die jungen Hanseaten.
Dabei begann die Partie aus Schweriner Sicht durchaus vielversprechend. Bereits nach 14 Sekunden gab Dynamo den ersten Schuss auf das Tor der Gastgeber ab und signalisierte früh, dass man sich keineswegs verstecken wollte.
Doch schon in der 3. Minute nahm das Spiel eine erste entscheidende Wendung. Nach einer minimalen Berührung im Strafraum entschied der Schiedsrichter überraschend auf Elfmeter für Tasmania. Dynamo-Keeper Bergtholdt parierte stark und hielt seine Mannschaft zunächst im Spiel. Die anschließende Situation entwickelte sich jedoch unglücklich: Nach einem Einwurf in den Strafraum sprang der Ball aus kurzer Distanz an den Arm eines Dynamo-Spielers – erneut Elfmeter. Dieses Mal nutzte Tasmania die Chance und ging mit 1:0 in Führung.
In der Folge zeigte sich Dynamo keineswegs geschockt, sondern übernahm phasenweise sogar die Spielkontrolle. Allerdings fehlte im Abschluss die nötige Präzision. Effektiver präsentierte sich dagegen der Tabellenführer, der in der 17. Minute auf 2:0 erhöhte.
Die Partie gestaltete sich anschließend ausgeglichen, wobei Tasmania zunehmend die Oberhand gewann. Dynamo hielt kämpferisch dagegen, musste jedoch kurz vor der Pause den nächsten Rückschlag hinnehmen: Nach einem weiteren Handspiel im Strafraum gab es den dritten Elfmeter für die Gastgeber, der zum 3:0 führte. Noch vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Tasmania sogar auf 4:0, als ein Stürmer nach abgewehrter Flanke energisch nachsetzte und sich gegen mehrere Verteidiger durchsetzte.
Der deutliche Halbzeitrückstand spiegelte den Spielverlauf nur bedingt wider. Zwar war Tasmania in den Zweikämpfen konsequenter und im Angriff druckvoller, doch Dynamo war keineswegs chancenlos.
Auch nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Dynamo engagiert, blieb jedoch weiterhin glücklos im Abschluss. Mit zunehmender Spielzeit setzte sich die individuelle Klasse und Zweikampfstärke der Berliner mehr und mehr durch.
Für zusätzlichen Unmut sorgten einige Schiedsrichterentscheidungen in der zweiten Halbzeit. Eine umstrittene Gelbe Karte gegen einen Dynamo-Spieler nach einem Zweikampf sowie eine Szene im Strafraum, in der Wienke zu Fall kam, jedoch keinen Elfmeter zugesprochen bekam, sorgten für Diskussionen. Stattdessen sah Wienke in dieser Situation sogar die Rote Karte – eine Entscheidung, die aus Schweriner Sicht kaum noch nachvollziehbar war.
Zwischenzeitlich erhöhte Tasmania noch auf 5:0 und sorgte damit für den Endstand. Trotz Unterzahl bewies Dynamo Moral und verhinderte weitere Gegentreffer.
Auch wenn das Ergebnis deutlich ausfiel, zeigte sich die SG Dynamo Schwerin im Vergleich zu den vorherigen Spielen verbessert. Einsatz, Wille und phasenweise auch spielerische Ansätze waren erkennbar. Letztlich war man jedoch der Konsequenz in den Zweikämpfen, der Offensivstärke des Tabellenführers – und auch den äußeren Umständen – nicht gewachsen.
So verbleibt Dynamo weiterhin auf einem der letzten drei Tabellenplätze und steht in den kommenden Spielen unter Zugzwang.
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