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Die Antwort kam auf dem Platz

 

Verbandsliga MV | 4. Spieltag
SG Dynamo Schwerin – MSV Pampow 4:1 (3:1)

 

Vor einer Woche haben wir unseren Spielbericht mit einem Satz beendet: „Die Antwort kann diesmal wirklich nur auf dem Platz gegeben werden.“ Sieben Tage später können wir feststellen: Die Antwort kam.

Nach drei Niederlagen in Folge hat unsere Erste ausgerechnet im Derby gegen den MSV Pampow zurückgeschlagen. Mit 4:1 gewann Dynamo am Freitagabend in der WOLF SYSTEM ARENA – und verhinderte damit nicht nur einen weiteren Absturz in der Tabelle. Viel wichtiger war etwas anderes. Nach Wochen, in denen wir über fehlende Kompaktheit, mangelnde Konsequenz und teilweise auch über die Grundtugenden des Fußballs sprechen mussten, zeigte die Mannschaft diesmal eine Reaktion. Läuferisch. Kämpferisch. Und endlich auch wieder im Ergbnis.

 

Kapitel 1: Welch Wunder – wir führen!

 

Wer unsere vergangenen Spielberichte gelesen hat, kennt mittlerweile Kapitel 1. Bloß nicht wieder früh in Rückstand geraten. Diesmal können wir dieses Kapitel ziemlich schnell schließen. Denn Dynamo geriet nicht in Rückstand. Dynamo ging sogar in Führung. Ein Elfmeter brachte die Gelegenheit dazu. Aus größerer Entfernung wirkte die Entscheidung zunächst durchaus glücklich, aus der Nähe betrachtet war der Strafstoß allerdings klar berechtigt. Nur war da noch eine Kleinigkeit: Dynamo und Elfmeter. Da war doch was in dieser Saison. Der Pampower Schlussmann war beim Strafstoß sogar noch dran. Doch diesmal stimmte die Konsequenz, der Ball schlug ein. 1:0 Dynamo. Man möchte fast sagen: Welch Wunder. Wir liefen einmal nicht hinterher.

 

Kapitel 2: Diesmal legen wir nach

 

Dynamo begann engagiert, setzte Pampow unter Druck und zeigte von Beginn an, dass die vergangenen Wochen Spuren hinterlassen hatten – diesmal allerdings die richtigen. In der 10. Minute folgte die nächste Belohnung. 2:0. Erst Mitte der ersten Hälfte gelang es den Gästen zunehmend, sich aus dem Schweriner Druck zu befreien. Pampow fand besser in die Partie und kam nun selbst zu guten Aktionen. Vielleicht hätte man nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen genau in dieser Phase etwas nervös werden können. Doch diesmal reagierte Dynamo anders. Mit einem Tor. Mitten hinein in die stärker werdende Phase der Gäste fiel das 3:0. Das war nicht nur wichtig. Das war konsequent.

 
Pampow gab sich allerdings keineswegs geschlagen und belohnte sich kurz vor dem Pausenpfiff für den verbesserten Auftritt mit dem Anschlusstreffer zum 1:3. Und was für einem. Manchmal muss man auch beim Gegner einfach anerkennen: Den kann man so machen.

 

Halbzeit: Ja, das war eine Reaktion! 3:1. Drei eigene Treffer. Möglichkeiten für weitere. Und vor allem eine Mannschaft, die läuferisch und kämpferisch ein vollkommen anderes Gesicht zeigte als noch eine Woche zuvor in Warnemünde. War alles perfekt? Nein. Musste es an diesem Abend auch nicht sein. Nach drei Niederlagen in Folge ging es zunächst um etwas viel Grundsätzlicheres: Wieder als Mannschaft auftreten. Und genau das war zu sehen.

 

Kapitel 3: Dynamo, Elfmeter – und plötzlich klappt das

 

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein intensives Derby. Beide Mannschaften investierten viel und suchten weiter den Weg nach vorne. Acht Minuten waren gespielt, da zeigte der Unparteiische erneut auf den Punkt. Wieder Strafstoß Dynamo. Nach zwei vergebenen Elfmetern in dieser Saison und einem ersten Strafstoß an diesem Abend, bei dem der Pampower Schlussmann noch seine Finger am Ball hatte, durfte diesmal der nächste Schütze ran. Und der machte es ziemlich unspektakulär. Rein damit. 4:1. Vielleicht können wir das Kapitel „Elfmeter“ damit langsam doch noch zu unseren Gunsten drehen.

 

Kapitel 4: Plötzlich wird es noch einmal kompliziert

 

Eigentlich vermittelte dieses Spiel anschließend das Gefühl, dass weitere Treffer nur eine Frage der Zeit sein könnten. Dann veränderte eine Szene die Voraussetzungen. Rot gegen Dynamo. Unterzahl. Pampow erhöhte anschließend noch einmal den Druck und versuchte, die numerische Überlegenheit zu nutzen. Und damit bekam unsere Mannschaft noch eine Aufgabe gestellt. Vielleicht sogar eine ziemlich wichtige. Denn nach den vergangenen Wochen hätte ein Gegentor womöglich wieder Unsicherheit auslösen können. Diesmal nicht. Dynamo stand kompakt. Dynamo arbeitete gemeinsam gegen den Ball. Und Dynamo ließ sich auch in Unterzahl nicht mehr aus der Ordnung bringen. Genau das hatten wir zuletzt vermisst. Pampow enttäuschte keineswegs und versuchte bis zum Ende, noch einmal heranzukommen. Doch unsere Mannschaft brachte den Vorsprung sicher über die Zeit. Dann war Schluss. 4:1. Derby gewonnen. Und nach drei Niederlagen endlich wieder dieses Gefühl: Sieger.

 

Was bleibt?

 

Vor einer Woche mussten wir sehr deutlich werden. Nach dem 1:6 in Warnemünde hatten wir geschrieben, dass wir keine weiteren Durchhalteparolen brauchen. Wir wollten eine Reaktion. Die Mannschaft hat geliefert. Und das darf man genauso deutlich sagen, wie wir zuvor die schlechten Leistungen kritisiert haben. Läuferisch war eine Reaktion zu erkennen. Kämpferisch war eine Reaktion zu erkennen. Als Mannschaft war eine Reaktion zu erkennen. Nach drei Niederlagen in Folge und insgesamt zwölf Gegentoren allein in den vergangenen beiden Ligaspielen so aufzutreten, war alles andere als selbstverständlich. Natürlich war auch diesmal nicht alles Gold, was glänzte. Wir haben wieder ein Gegentor kassiert. Wir hätten aus unseren Möglichkeiten noch mehr machen können.  Aber heute ist weder der richtige Ort noch die richtige Zeit, krampfhaft nach dem nächsten Haar in der Suppe zu suchen. Wir haben nach den vergangenen Spielen ehrliche Kritik geübt. Dann muss nach diesem Spiel auch ehrliches Lob erlaubt sein. Die Mannschaft stand unter Druck. Und sie hat diesem Druck standgehalten. Gegen einen keineswegs enttäuschenden MSV Pampow gewann Dynamo das Derby verdient mit 4:1. Nicht alles, was in den vergangenen Wochen schlecht war, ist deshalb plötzlich verschwunden. Ein Sieg macht aus Problemen keine erledigten Aufgaben. Aber vielleicht kann er der Anfang einer Entwicklung sein.

 

Durch unser Ausscheiden im Landespokal wartet nun zunächst ein spielfreies Wochenende. Danach geht es am Freitagabend beim Doberaner FC weiter. Dort wird sich zeigen, ob dieses Derby nur eine starke Reaktion war. Oder der Beginn von etwas Neuem. Für heute aber gilt: Wir wollten eine Antwort. Wir haben eine bekommen. ❤️

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