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Früh geschockt. Nicht beeindruckt.

 

Verbandsliga MV | 1. Spieltag
VfL Bergen 94 – SG Dynamo Schwerin 1:3 (1:1)

 

Vier Minuten waren gespielt, da hätte der Start in die neue Verbandsliga-Saison kaum ungünstiger laufen können. Rückstand. Auswärts. Gegen einen Gegner, der anschließend tief verteidigte und Dynamo das Leben so schwer wie möglich machen wollte.

 

Man hätte nervös werden können. Wurde man aber nicht. Stattdessen entwickelte sich im Ernst-Moritz-Arndt-Stadion eine Partie, die bereits einiges darüber verriet, wie diese neu formierte Dynamo-Mannschaft Fußball spielen möchte. Am Ende standen ein hochverdienter 3:1-Auswärtssieg, die ersten drei Punkte der Saison – und eigentlich nur eine Frage:

 

Warum haben wir es uns so lange selbst so schwer gemacht?

 

Vier Minuten – und plötzlich läuft man hinterher

 

Das Spiel hatte kaum begonnen, da wurde Dynamo kalt erwischt. Nach einem ungenauen Zuspiel in der 4. Minute eroberte Bergen den Ball und konnte anschließend nur durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Freistoß verwandelten die Gastgeber wuchtig direkt zur frühen 1:0-Führung. Ein denkbar schlechter Start. Doch wer daraufhin mit einer verunsicherten Dynamo-Mannschaft gerechnet hatte, sah sich schnell getäuscht.Unsere Erste übernahm die Kontrolle. Viel Ballbesitz, immer wieder der Weg nach vorne – und zunehmend entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Nur wollte der Ball nicht hinein.

 

Der beste Bergener stand zwischen den Pfosten

 

Chancen waren da. Mehr als genug. Doch entweder fehlte im Abschluss die letzte Konsequenz oder da war noch Bergens Torhüter Dams. Der Schlussmann der Gastgeber entwickelte sich zunehmend zum überragenden Mann seiner Mannschaft und verhinderte mehrfach den längst möglichen Ausgleich. So wurde aus der eigenen Chancenverwertung langsam Dynamos zusätzlicher Gegenspieler. Einer, der uns schon während der Vorbereitung begleitet hatte. Doch irgendwann war auch Dams machtlos. Nicklas Klingberg nutzte eine der zahlreichen Möglichkeiten und schob überlegt zum verdienten 1:1 ein. Zur Pause stand damit zwar nur ein Unentschieden auf der Anzeigetafel. Das Geschehen auf dem Platz hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings längst eine andere Sprache gesprochen.

 

Neues Spiel? Nein. Einfach weitermachen.

 

Wer nach dem Seitenwechsel ein anderes Bild erwartet hatte, musste nicht lange auf die Antwort warten. Dynamo machte einfach weiter. Viel Ballbesitz, viel Druck, zahlreiche Möglichkeiten – und leider auch weiterhin das bekannte Problem vor dem gegnerischen Tor. Bergen verteidigte mit großem Aufwand. Dams parierte. Dynamo vergab. Bis Randy Dei seine Mannschaft schließlich für den betriebenen Aufwand belohnte und Mitte der zweiten Hälfte die längst überfällige Führung erzielte.

 

2:1 Dynamo.

 

Der Drops schien gelutscht. Schien. Denn bei aller Überlegenheit erinnerte Bergen unsere Mannschaft noch einmal daran, dass ein einziger Treffer Vorsprung eben keine Garantie ist. Plötzlich tauchten die Gastgeber gefährlich vor unserem Tor auf. Justin Borchardt musste eingreifen und konnte den Schuss erst im Nachfassen unmittelbar vor der Linie sichern. Eine Szene, die zeigte, wie schnell sich ein Spiel trotz deutlicher Überlegenheit noch einmal drehen kann.

 

Klingberg macht den Deckel drauf

 

Dynamo ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Statt die knappe Führung nur noch zu verwalten, blieb unsere Mannschaft ihrer Linie treu und spielte weiter nach vorne. Die endgültige Belohnung folgte. Nicklas Klingberg traf zum zweiten Mal an diesem Nachmittag und sorgte mit dem 3:1 schließlich für die Entscheidung. Dann war Schluss.

 

Drei Tore. Drei Punkte. Auswärtssieg zum Auftakt. Und ein Ergebnis, das angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten durchaus noch deutlicher hätte ausfallen können.

 

Was bleibt?

Zunächst das Wichtigste: Diese neu formierte Mannschaft ist erfolgreich in die Verbandsliga gestartet. Nach dem Pokalerfolg in Sievershagen wurde damit auch die erste Aufgabe im Ligaalltag erfolgreich gelöst.

 

Dass noch nicht alles funktioniert, ist keine neue Erkenntnis. Vor allem die Chancenverwertung bleibt ein Thema. Schon während der Vorbereitung und zuletzt im Pokal ließen wir zu viele Möglichkeiten ungenutzt. In Bergen war es nicht anders.

 

Doch vielleicht ist an diesem Nachmittag etwas anderes viel wichtiger gewesen. Man beginnt eine Handschrift zu erkennen. Dynamo will den Ball. Dynamo will Fußball spielen. Und selbst gegen einen Gegner, der über weite Strecken tief verteidigt, ist diese Mannschaft in der Lage, sich immer wieder Möglichkeiten herauszuspielen.

 

Vor allem aber hat Bergen etwas über den Charakter dieser Mannschaft verraten. Nach vier Minuten lag sie zurück. Sie wurde nicht hektisch. Sie brach nicht ein. Sie änderte nicht plötzlich alles. Sie spielte einfach weiter Fußball.  Am Ende wurde aus einem 0:1 ein hochverdientes 3:1.

 

Die Chancenverwertung? Daran müssen wir arbeiten. Die Entwicklung? Ist längst nicht abgeschlossen. Aber die ersten drei Punkte nimmt uns niemand mehr. Und diese Mannschaft macht Lust auf mehr. ❤️

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