Nach der 0:5-Niederlage beim Tabellenführer SV Tasmania Berlin und dem torlosen Remis beim Tabellenzweiten SV Lichtenberg 47 setzte es beim Tabellenvierten TSG Neustrelitz die nächste ernüchternde Pleite: 1:3.
Diese Niederlage tut umso mehr weh, da sie total vermeidbar war. Natürlich kann man sagen, durch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen zwischen der 30. und der 40. Minute wird unsere Mannschaft gehandicapt, weil sowohl die gelb-rote Karte als auch der Elfmeter aus unserer Sicht mehr als unbegründet waren. Aber man kann auch sagen, bei der gelben Karte von Taras Khlan, die der gelb-roten Karte vorausging, wurde vollkommen unnötig der Ball in der Vorwärtsbewegung verloren und war nur durch Halten zu korrigieren. Eine vollkommen gerechtfertigte gelbe Karte. Neustrelitz war dann auch clever und verwickelte unseren Spieler in eine Rangelei, die zu gelb/rot führte. Auch vor dem Elfmeter waren wir gleich zweimal in Ballbesitz – und verloren ihn beide Male in hochgefährlichen Zonen. Der anschließende Strafstoß mag diskutabel sein, doch die Einladung dazu kam von uns selbst. Neustrelitz nahm sie an und ging in Führung.
Und dennoch: In Unterzahl gelang uns kurz vor dem Halbzeitpfiff der Ausgleich – ein emotionaler Wendepunkt, der eigentlich Kraft hätte geben müssen. Doch was folgte, war das genaue Gegenteil.
Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff reichte eine missglückte Klärungsaktion, um einem Neustrelitzer Angreifer freie Bahn zu gewähren. 1:2. Ein Nackenschlag zur denkbar ungünstigsten Zeit. In der Folge wankte unsere Mannschaft bedenklich – und hatte Glück, nicht frühzeitig endgültig entscheidend ins Hintertreffen zu geraten.
Mit personellen Veränderungen versuchten wir, das Spiel wieder an uns zu reißen. Tatsächlich gelang es phasenweise, die Partie offener zu gestalten. Doch genau hier offenbarte sich erneut eine der größten Schwächen dieser Saison: die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. Zu harmlos, zu ideenlos, zu wenig zwingend – es fehlte an klaren Lösungen und an Entschlossenheit im letzten Drittel. Als wir schließlich alles nach vorne warfen, folgte in der 83. Minute die endgültige Entscheidung: ein klassischer Konter, nur noch durch ein Foul zu stoppen – und der zweite Elfmeter für Neustrelitz. Sicher verwandelt. Spiel entschieden.
Natürlich bleibt das Gefühl, dass die Spielleitung an diesem Tag nicht auf unserer Seite war. Der Schiedsrichter mochte uns vermutlich nicht, vergaß aber noch 4 Dynamo-Spieler mit gelb zu versehen, um auf 11 Spieler zu kommen. Doch sich allein darauf zu berufen, wäre zu einfach. Die Wahrheit ist unbequemer: Technische Fehler, mangelndes Lauf- und Zweikampfverhalten, fehlende offensive Ideen und eine sichtbar verunsicherte Mannschaft haben ihren Teil zu dieser Niederlage beigetragen.
Die Bilanz seit November ist alarmierend. Und sie verlangt nach mehr als nur Analyse – sie verlangt nach einer Reaktion. Ein Ruck muss durch diese Mannschaft gehen. Sofort. Kompromisslos. Nachhaltig. Denn eines steht fest: Sollte dieser Trend anhalten, droht erstmals seit der Neugründung des Vereins ein Abstieg. Das wäre nach der Oberliga der nächste Eckpunkt im Vereinsleben.
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